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アキラ

Gestern habe ich es endlich geschafft. Ich habe Akira gesehen.
Zunächst zum Film. Akira ist ein 1988 veröffentlichter Film der auf der Manga Vorlage von Katsuhiro Otomo beruht. Das Grundgerüst ist schnell erzählt. Nachdem Tokyo von einer gewaltigen Katastrophe zu großen Teilen zerstört wurde beginnt der dritte Weltkrieg. 31 Jahre nach dem Ende dieses Krieges im Jahr 2019 ist die Handlung im neu aufgebauten Neo-Tokyo angesiedelt. Dabei wird schnell klar das diese Stadt in einem miserablen Zustand ist. Rivalisierende Jugendliche Gangs liefern sich auf futuristischen Motorrädern Hetzjagden durch die Stadt, Studenten Protestieren in der Altstadt in Szenen die unwillkürlich an die Pariser Vororte erinnern. Das ganze ist wird düster gezeichnet und die Stimmung die in der Luft liegt zeugt von einer heruntergekommenen Stadt. Teilweise kommen mir Vergleiche mit einer Stadt wie Detroit in den Sinn. Einst eine große wichtige Metropole scheint diese jetzt in ihren letzten Atemzügen zu liegen. Und genau so wirkt dieses Neo-Tokyo auf mich.
Zur Geschichte mag ich gar nicht viel sagen. Generell gibt es auch gar nicht so viel zu sagen. Der Film lebt eher von der Stimmung, der rasanten Erzählweise und den tollen Zeichnungen. Und trotzdem zieht mich dieser Film nicht in seinen Bann. Die Optik überzeugt unter dem Gesichtspunkt der Veröffentlichung 1988 durchaus. Aber wenn ich bedenke wie häufig mir Akira unter der Bezeichnung “Meilenstein” untergekommen ist so kann ich das nicht nachvollziehen.

Es ist schwer diesen Punkt in Wort zu fassen da es so viele Dinge zu bedenken gibt. Der Film hat eine Laufzeit von knapp zwei Stunden. Das ist schon eine gute Hausnummer, kann aber unmöglich die knapp 2000 Seiten des Manga zusammenpressen. Und genau dort verliert Akira für mich. Es werden die Probleme der Stadt gezeigt die eindeutig als Sozialkritik zu verstehen ist, aber diese werden einfach nicht Thematisiert. Wieso gehen den die Studenten auf die Straße und liefern sich blutige Kämpfe mit den Sicherheitskräften? Wieso versuchen die Revolutionäre den Umbruch zu erzwingen? All das sind Punkte die nicht geklärt werden und die den Film für mich ohne Motivation stehen lassen. Unter dem Gesichtspunkt der Tatsache das dieser Film älter ist als ich kommen hier noch viele Faktoren hinzu. Es waren Zeiten als der Kalte Krieg noch allzu gut in Erinnerung war, in einer Zeit als Macht alles bedeutete. All sind Faktoren die man dem Film und seiner Stimmung anmerkt, aber diese Stimmung kann ich nicht nachvollziehen. Ebenso ist das Medium des Manga und Anime für mich nichts neues. Ich weiß das es ernste, harte und gnadenlose Anime geben kann die eben nicht das Klischee des Kinderfilm erfüllen. Vor 26 Jahren war das in der westlichen Welt aber nicht so verbreitet. Hier hat Akira Brücken geschlagen und Pfade geebnet. Und aus exakt diesem Grund werde ich den Film noch ein zweites Mal schauen und mir die Manga Vorlage besorgen. Ich möchte der komplexen Geschichte einen Raum geben in dem es möglich ist mich zu packen und mir zu zeigen das sie nicht so oberflächlich ist wie es mir der Film vermittelt. Das in dieser Geschichte so viel mehr steckt als es zu sein scheint. Auch deshalb werde ich mir eine Wertung deshalb nicht abringen. Es wäre für mich einfach nicht richtig etwas zu werten von dem ich noch keinen richtigen Eindruck habe.

Trotz dessen kann ich den Film empfehlen um sich vor allem selbst ein Bild zu machen von den Klassikern der Anime Filme.

PS: Ich habe den Film auf Japanisch mit Deutschen Untertiteln gesehen.

God Bless America

I mean, why have a civilization anymore if we no longer are interested in being civilized?

Dieses Zitat trifft den Punkt des Filmes auf den ich mit diesem Beitrag eingehen möchte sehr gut. “God Bless America” ist ein Film ohne Scham und Grenzen. Ein Film der einen Spiegel erhebt und den Zuschauer mit der Wahrheit konfrontiert. Trotz dessen glaube ich das der Film damit nicht die Zielgruppe findet für die eben dieser Spiegel nötig wäre.

“God Bless America” beginnt mit Frank. Frank ist ein Durchschnittstyp mit einem durchschnittlichen Job, einer durchschnittlichen Wohnung und einem durchschnittlichen Auto. Von der ersten Minute merkt der Zuschauer das Frank zu mehr bestimmt ist. Er ist ein reflektierter Mann der Wert auf Umgangsformen, Anstand, Respekt, Würde und Toleranz legt. Werte die in den meisten westlichen Gesellschaften immer mehr in Vergessenheit geraten. Werte die von der neuen Generation nicht geschätzt werden weil Klicks mehr zählen als Worte, weil Schlagzeilen besser ankommen als Fakten, weil das Werfen eines frisch Entfernten Tampons mehr Leute vor den Fernseher zieht als hochwertig aufbereitete Informationen. Und mit dieser Gesellschaft hat Frank ein Problem. Ich werde bewusst nicht weiter auf die Wendungen der Geschichte eingehen, kann aber verraten das Frank zusammen mit der jungen Roxy, in der er eine Gleichgesinnte findet, auf einem blutigen Trip durch die Vereinigten Staaten eine Botschaft hinterlässt. Eine Botschaft die von der skizzierten Gesellschaft die vom Ausbeuten von Personen zehrt wohl nicht verstanden werden wird. 

“God Bless America” ist kein Film für einen lauen Nachmittag. Dieser Film will erreichen das man über den Inhalt und die Idee des Gezeigten nachdenkt. Dabei wird dem geneigten Betrachter sicher bewusst das diese Gesellschaft eben nicht nur in den Staaten existiert. Auch in einer deutlich Amerikanisch ausgerichteten Gesellschaft wie der Deutschen macht sich diese Entwicklung bemerkbar. Wie sonst ist zu erklären das Sendungen wie “X-Diarys”, “Schwer verliebt”, “Familien im Brennpunkt” oder auch “Bauer sucht Frau” volle Erfolge sind? Die gemeine Zuschauerschaft fordert Sendungen in denen Menschen dargestellt werden denen es schlecht geht und die am besten am Boden sind. Alles mit dem Zweck das sich der Betrachter besser fühlt. Das man das Gefühl bekommt, das eigene Leben ist ja doch ganz gut. Als wäre es nicht möglich dies selbst zu erkennen. Diese Gesellschaft braucht ständig Bestätigungen die aufzeigen, dass alles doch gar nicht so schlimm ist. Vielleicht bildet das ja auch den Konter zu der stetigen Flut schlechter Nachrichten. Autounfall hier, Bombenanschlag dort, Flutwelle in Bangladesch und generell steht das nächste Krisengebiet auf der Kippe. Unter all diesen vermeintlichen Weltuntergängen suchen die Menschen nach Halt, nach einem Strohhalm der aufzeigt wie klein doch die eigenen Probleme sind. Genau an diesem Punkt geht die Entwicklung in die falsche Richtung. Es muss aufhören als Kollektiv über Menschen zu lachen die offensichtlich ausgenutzt werden. Es muss aufhören Nachrichten zu schauen in denen aus einem winzigen Ereignis über das fast nichts bekannt ist auf Gedeih und Verderb eine Sondersendung gezimmert wird. Es sollte sich besonnen werden auf die Dinge die wichtig sind und die zur Reflektion von Aussagen und Meinungen beitragen. Eine Eigenschaft die immer seltener wird. Es wird zu wenig nachgedacht. Hier bietet sich ein kleiner Selbsttest an. Wann wurde das letzte mal durchgehend über einen langen Zeitraum über eine Sache nachgedacht? Es ist selten das man heutzutage über Probleme einmal eine Stunde durchgängig grübelt ohne abzuschweifen. Die Gesellschaft hat die Fähigkeit zu fokussieren und zu philosophieren verloren.

Das ist eine Entwicklung die zu bedauern ist.

Fazit:

  • Qualität der Blu-Ray ist Top
  • Soundtrack ist Spitze
  • Handlung fesselt bis zum Schluss
  • Szenen sind durchaus explizit
  • Film regt zum Nachdenken an

God Bless America: 9/10

Video ist quasi kein Spoiler da die Szene sehr zu Beginn des Films läuft.

Der Pavillon im Regen

Gestern Abend habe ich mir den aktuellen Film von Makoto Shinkai angesehen. Seit ich den Film “5 Centimeters Per Second” von ihm sah bin ich begeistert gewesen. In diesem Film wird die Stimmung so Intensiv das ich noch lange nach ende des Filmes über diesen nachdachte. Das Erlebnis wird umso intensiver da der Film mit seinen 60 Minuten sehr kurz ist und eigentlich nicht wirklich viel passiert. Doch diese ständige Stimmung des ungesagten ist so bedrückend und spürbar das sie mir den Atem raubte. Es sind Gedanken die jeder kennt, die jeder versteht. Es geht um das ungesagt und um die Enttäuschungen die einem das Leben entgegen schleudert. Und um das Wachsen, das Lernen das auf diese Enttäuschungen folgt. Das Überwinden und zu neuer Größe kommen. All dies macht den Film für mich so besonders.

Daraufhin hatte ich Shinkai im Auge. So sah ich als nächstes “Children who chase lost voices”. Ein Film der noch dramatischere Problematiken des Lebens aufgreift. Es geht um Verlust und Trauer. Um den tiefen Schmerz der einen nicht los lassen lässt. Ein so großes Verlangen die bessere Zeit zurück zu bringen das man sich selbst verliert. Ein nicht weniger beeindruckender Film. Doch trotz dessen hat er mir nicht so sehr gefallen wie 5cm. Shinkai probiert sich hier an einer schnelleren und actionreicheren Erzählweise. Dies fiel für mich negativ auf da ich die ruhige Atmosphäre von 5cm deutlich drückender empfand.

Mit der Erinnerung an beide Filme im Gedächtnis schaute ich gestern dann “The Garden of Words”. Ohne große Umschweife kann ich nur sagen wie begeistert ich bin. Dieser Film wirkt eher wie ein Kurzfilm. Mit einer Dauer von 46 Minuten ist er erstaunlich kurz und komprimiert. Erneut sind es Themen die jeden betreffen. Erwachsen werden und lernen, Ziele und Träume verfolgen und mit den Schwierigkeiten des Lebens fertig werden. Kurz zum Plot:

Hauptperson ist der Oberschüler Takao der davon träumt Schuhmacher zu werden. Immer wenn es regnet schwänzt er die erste Stunde und begibt sich in den nahe gelegenen Park um Skizzen von Schuhen anzufertigen. Dabei trifft er auf Frau Yukino. Im verlauf des Filmes treffen die beiden sich dort immer wieder und eine Verbindung entsteht.

Die Handlung wird wieder in der ruhigen Erzählweise vermittelt wobei fast durchgängig im Hintergrund das leise Rauschen des Regens zu vernehmen ist. Besonders hervorzuheben ist auch erneut die Qualität der Zeichnungen. Ich bin immer wieder erstaunt wie detailliert die Schauplätze in Anime aussehen können. Der Stil ist über jeden Zweifel erhaben. Für Shinkai Fans ist The Garden of Words somit unbedingt zu empfehlen. Auch für “Neueinsteiger” kann ich eine bedenkenlose Empfehlung aussprechen. Dieser Film zeigt erneut das Anime kein Genre für Kinder ist und durchaus anspruchsvoll sein kann.

The Garden of Words: 9,5/10

Maskerade

Ich glaube jeder Mensch hat eine Maske. Eine Maske mit der er sich schützen kann. Die er aufsetzt um nach außen etwas zu zeigen was nicht ist. Um insgeheim an einem eigenen Ort im inneren sein wahres selbst zu verstecken. Eine Maske die anderen zeigen soll das alles okay ist, auch wenn das nicht wahr ist. Ich nutze diese Maske jetzt schon seit einiger Zeit. Und sie erfüllt ihren Zweck.

Vor einigen Monaten wurde ich von meiner Freundin verlassen. Sie wollte “etwas neues weil Sie das Gefühl hat etwas zu verpassen”. 5 Jahre war ich mit Ihr zusammen. Eine Zeit in der ich immer ehrliche und aufrichtige Gefühle für Sie hatte. 5 Jahre in denen ich mich an der Beziehung halten konnte und so auch die Phasen überwunden habe in denen man nicht weiß wie es weiter gehen soll. Diese Sicherheit fehlt mir. Mein Umfeld hat mich zu der Zeit ziemlich im Regen stehen lassen. Einzig mein bester Freund versuchte ab und an eine neue Motivation zu stellen. Das positive hervorzuheben. Schließlich bin ich ja noch Jung und jetzt auch ungebunden. Die Welt steht mir offen. Aber das will ich nicht. Ich Studiere und weiß eigentlich nicht ob es der richtige Weg ist. Aber das weiß ich schon lange nicht mehr. Angefangen bei meiner Ausbildung die ich wählt weil ich eh nicht wusste in welche Richtung es mich zieht bis zu der Entscheidung ob ich die Karriere Leiter weiter erklimmen will. Nie wusste ich ob es das richtige ist. So machte ich meine Fachhochschulreife und studiere nun. Dabei war immer meine Freundin an meiner Seite. Doch seit 6 Monaten ist das nicht mehr. Und seit dieser Zeit versuche ich darüber hinweg zu kommen und es zu verarbeiten. Aber ich schaffe es nicht. Ich fühle mich Ziel und Planlos. Unmotiviert und mit einer erdrückenden Gleichgültigkeit versuche ich irgendwie weiter zu machen. Wenigstens das Studium am laufen zu halten und nicht in einer Abwärtsspirale alles den Bach runter gehen zu lassen. Teilweise schaffe ich das. Teilweise nicht.

Es ist nicht so das ich nicht mehr lachen kann. Natürlich kann ich mich noch erfreuen. Aber doch kommt immer wieder dieser Moment an dem ich mit meiner Stimmung in ein Loch falle. Zum Beispiel heute ist so ein Tag. Es ist regnerisch und grau draußen. Und ebenso fühlt sich meine Stimmung an. Gerade an solchen Tagen fällt es mir schwer meine Maske zu wahren. Mich stark zu geben. Immer wieder wundere ich mich das niemand sieht das mich etwas bedrückt. Das niemand erfragt wie es mir geht. Natürlich wird man immer wieder gefragt “wie geht es dir?” aber dabei handelt es sich doch nur um die leere Phrase. Niemand will wirklich wissen was da wirklich schlummert. Gerade deshalb fehlt mir der Halt der Beziehung. Es ist nicht so das ich diese Frau wieder an meiner Seite haben möchte. Dafür hat Sie mich zu sehr verletzt. Aber eine Beziehung gibt eine Sicherheit, einen Halt und eine Wärme. Die mir eine Nähe bietet wie ich sie sonst nicht habe.

Es gibt Studien die zeigen das Menschen es nicht schaffen aus einer gegenwärtig schlechten Situation positiv in die Zukunft zu sehen. Das kann ich absolut bestätigen. Egal was ich mir für ein Bild der Zukunft ausmale, es ist immer schlecht. Ich studiere in einer Technischen Richtung und bin somit jeden Tag ausschließlich von Männern umgehen. Ich habe keine Hobbys und gehe nicht gern feiern. Es gibt keinen Ort an dem ich mit Frauen die ich interessant finden könnte ich Kontakt kommen. Und damit habe ich auch keine Hoffnung in naher Zukunft wieder diese Sicherheit die mir fehlt zu bekommen. Es ist zum verzweifeln. 

Aber was bleibt einem am Ende als die Maske aufzusetzen und weiter die gute Laune zu mimen obwohl man innerlich am Boden liegt?

Oscars, Gravity, American Hustle und Kino im Allgemeinen

In der vergangenen Sonntag Nacht liefen wieder die Oscars, bei denen sich die Stars ihr berühmtes Stelldichein gaben. Erstmals war es auch mir möglich diese Veranstaltung live im TV mitzuverfolgen. Das wichtigste was mir dabei auffiel war das ich zu wenige Filme schaue. Nun kann das daran liegen, dass man als Student nicht so große Sprünge machen kann wenn ein Kino Besuch mit durchschnittlich 15€ zu Buche schlägt (man möchte ja wenigstens etwas trinken). Oder auch daran das einige Filme gar nicht erst im nächsten Kino laufen. Nun verfolgte ich gespannt die Veranstaltung die von der überaus sympatischen und humoristisch veranlagten Ellen DeGeneres moderiert wurde. Dabei galten vor allem die beiden Filme Gravity und American Hustle als Favoriten mit jeweils 10 Nominierungen. Im Nachhinein kann man wohl festhalten das Gravity durchaus als Gewinner (7 Oscars) des Abends bezeichnet werden kann wohingegen American Hustle als großer Verlierer (0 Oscars) zu vermelden ist. Nun schaute ich direkt ob es sich ermöglichen ließe all diese vermeintlich tollen Filme noch zu sehen um sich selbst eine Meinung bilden zu können. Erstaunt stellte ich fest das Gravity der eigentlich schon nicht mehr im Kino laufen sollte doch noch für diverse 17:30 Uhr Vorstellungen im UCI meines Vertrauens lief. Also wurde sogleich die Entscheidung gefällt eben jenen Film der sehr oft gelobt wurde und häufig in Verbindung mit Sätzen à la “Dafür wurde Kino gemacht”, “Selten habe ich so eine gute Umsetzung von 3D gesehen”, “Genau solche Filme wünsche ich mir für das Kino” genannt wird noch zu schauen. So saß ich dann im Kinosaal ziemlich verlassen mit 4 anderen Menschen und schaute mir den mit 91 Minuten doch recht kurzen Film gespannt an. Bei der Zahl an Zuschauern verstehe ich auch durchaus wieso ich für die Vorstellung gut 11€ gezahlt habe.

Gravity

Nach einer ziemlich enttäuschenden Ladung an Trailern (bei der nur Spiderman 2 interessant war) sah ich dann endlich den gelobten Film. Ich muss direkt feststellen das der Oscar für die “Beste Kamera” überaus verdient verliehen wurde. Alleine die Tatsache, dass die erste Sequenz mit einer Länge von ~15 Minuten durchgängig in einem Take gedreht wurde ist fantastisch. Diese Art den Film einzuleiten ist so banal und doch genial, weil die häufigen Schnitte und Einstellungsänderungen bei Blockbustern schon Alltag geworden sind. Es gibt in dieser Sequenz eine Einstellung, bei der die Kamera zunächst auf den Anzug von Frau Bullock zufliegt, um dann durch das Visier in den Helm selbst einzutauchen. Es ist fantastisch wie sich alleine in dieser Szene der Ton verändert. Im weiteren Verlauf des Filmes wurde ich dann doch so durch die Handlung gepackt, dass der tatsächliche Realismus des Weltraum Settings eher in den Hintergrund geriet. Nur eine einzelne Szene ließ mich doch stutzen. So hängt Frau Bullock mit ihrem Kameraden ein einem Seil an der ISS und es hat den Anschein das eben jener Kamerad immer weiter weggezogen würde. Überdenkt man diese Situation aber noch einmal wird einem schnell bewusst das ein einziger Ruck von Ihr schon dazu führen würde das jener Kamerad sich wieder auf die ISS zubewegt. Schließlich hat er in dem Moment in dem Sie ihn packt schon sein physikalisches Moment verloren und beide befinden sich in einem stationären Zustand zu jener ISS. Nun ist diese Szene aber dem Spannungsbogen geschuldet und kann somit unter “Künstlerischer Freiheit” ausgelegt werden. Überwiegend war ich in der Erzählstruktur der Geschichte doch sehr gefangen und die schiere Kraft der Bilder ließ mich nicht los. Dies kann durchaus von der Tatsache herrühren das ich eine große Faszination für den Weltraum an sich und somit auch für den Blick auf die Erde von “außen” empfinde. Dies stellt quasi auch einen Traum dar den ich schon lange in mir trage. Einfach die Erde von außen sehen und den “Overview-Effekt” erleben. Sehen das die Erde keine Grenzen kennt, dass sie einfach das große Ganze ist. Aber ich schweife ab. Eine Sache die der Film nie tut. Mit seiner Laufzeit von knapp 1,5h ist er knackig kurz und das ist auch gut so. Die Geschichte wird schnell und flüssig erzählt so das die Zeit wie im Flug vergeht. Betrachte ich Gravity nüchtern, ist es durchaus ein Film der für mich nicht alle Oscars verdient hat die er bekam. Zurecht blieb auch der Oscar für die beste Hauptdarstellerin aus, da ich die Leistung von Frau Bullock nicht als exzellent bezeichnen würde. Dafür hat sie mir ihre Rolle nicht überzeugend genug verkauft. Die Oscars für Kamera und Visuelle Effekte sind über jeden Zweifel erhaben. Allerdings kann ich besonders den Oscar für “Beste Filmmusik” nicht bedenkenlos abnicken. Dies kommt vor allem durch zwei Gründe. Ich habe 1. keinen Song bewusst wahrgenommen so das er mir im Gedächtnis blieb und 2. am gestrigen Mittwoch American Hustle gesehen. Dort blieb mir direkt ein Song im Ohr der mir jetzt noch immer im Kopf hängt.

A Horse with no Name

Gravity: 9/10

American Hustle

Nun wollte ich nach Gravity nicht aufhören Filme aus der Oscar Nominierung nachzuholen, also bestellte ich direkt am nächsten Tag eine Karte für American Hustle. Und wieder kann ich direkt vorwegnehmen das ich es nicht bereue. Zwar legte ich erneut mit einem Getränk 15€ auf den Tisch, aber nun gut. Im Saal angekommen stellte ich zunächst erfreut fest das der Saal diesmal doch besser gefüllt war als in Gravity. Erneut folgte eine relativ ernüchternde Trailer Sammlung von der wieder nur Spiderman 2 und zu meiner Überraschung auch der Film Labor Day (Trailer – ja, die Ghost Szene ist kitschig) überzeugend aussahen und Lust auf mehr machten. American Hustle selbst ist eine wunderbar verzwickte und komplex erzählte Geschichte. Auf einer Inception Skala die bei Inception eine 10 hat wäre es zwar sicher nur eine 6 aber das ist meiner Meinung nach schon mehr als die meisten Filme bieten. Ich stehe ja auf verzweigte Handlungen die nicht so einfach zu durchschauen sind. Nun ist die Hauptrolle mit einem durchaus als dick zu bezeichnenden Christian Bale meiner Meinung nach sehr gut besetzt. Er wirkt für mich nie deplatziert und kleine Details wie seine Angewohnheit die Brille mit dem Finger wieder nach oben zu rücken lassen die Rolle sehr echt wirken. Ebenso ist die weibliche Hauptrolle mit einer bezaubernden Amy Adams besetzt. Das Setting ende der 70er Jahre steht ihr ausgezeichnet. Generell ist zu erwähnen das die Schauspielerische Leistung in diesem Film auf ganz hohem Niveau ist. Ein Bradley Cooper macht hier eine genau so gute Arbeit wie eine Jennifer Lawrence. Doch gerade Amy Adams hätte ich den Oscar “Beste Hauptdarstellerin” wirklich gegönnt. Das ein Christian Bale das äquivalent zum Hauptdarsteller nicht bekommt, war bei der extrem starken Konkurrenz durch 12 Years a Slave und Dallas Buyers Club abzusehen. Der Film hat sich für mich nie gezogen oder langweilig angefühlt und blieb dauerhaft über seine 138 Minuten fesselnd. Und das vor allem und trotz der praktisch nicht vorhanden Action. Die Geschichte könnte fast schon einem Theaterstück gleich kommen da sie von den wenigen, dafür umso fesselnderen Charakteren lebt. Ich habe Gefallen an diesen handgemachten guten klassischen Filmen gefunden die von ihren Geschichten und Bildern leben. Deshalb finde ich es auch schade das er nicht einen Oscar bekommen hat. Ich finde es wäre durchaus verdient gewesen diesem tollen Film einen zu verleihen.

American Hustle: 9,5/10

Natürlich ist dies alles mit Vorsicht zu genießen, da ich einen großen Teil der restlichen Filme noch nicht gesehen habe. Gerade Dallas Buyers Club, 12 Years a Slave und Her würde ich gerne bald möglichst nachholen. Allerdings wird dies schwierig, da die Blu-Ray für Dallas Buyers Club erst im September und die für 12 Years erst im Mai erscheinen. Einzig bei Her besteht die Chance das ich ihn Ende März, wenn er in Deutschland anläuft, eventuell sehen kann. Doch das wird wohl vom Kino abhängen. Das UCI zumindest hat noch den Status “Unklar” für Her. Im schlimmsten Fall muss ich eben noch weiter fahren um einen einzelnen Film zu sehen.

Bleibt festzuhalten das die Liste für die zu schauenden Filme nur unwesentlich kürzer geworden ist. Es bleiben:

Allein die Länge der Liste zeigt schon aus was noch ansteht. Ich danke für das lesen bis hier hin und würde mich über eure Meinungen in den Kommentaren freuen.